Spur0 ist groß! Daher überwiegen die Nebenbahn-Themen. Grade im privaten Bereich muss oft auf enge Bogenradien zurückgegriffen werden um überhaupt einen Fahrbetrieb zu ermöglichen. Vereine, wie z.B. der FREMO, bieten andere Möglichkeiten. Auf größeren Club-Anlagen beobachten wir oft einen Kreisverkehr auf zumindest Doppelgleisigen Anlagen. Oft bewegt sich dabei nur ein Zug je Richtung über die Anlage, bis er ausgetauscht wird. Da oft unterschiedliche Interessen und Vorlieben berücksichtigt werden müssen, hat alles auch seine Berechtigung. Wir möchten das allerdings etwas anders machen.

Um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen, haben wir ebenfalls einen doppelgleisigen Ring geplant. Also auch Kreisverkehr?

Jein! Die Hauptstrecke weist im Endausbau eine Länge von rund 40 m je Richtung auf. Diese Strecke haben wir in Blöcke unterteilt, auf denen ein Selbstblock-Betrieb in jeder Richtung stattfinden kann. D.h. wir können Züge bis zu 8 m Länge hintereinander her fahren lassen, was für viel Abwechslung für den Betrachter sorgt. Dabei unterscheiden wir grundsätzlich zwei Betriebsarten:

  1. Fahrdienstleiter-Betrieb. Das bedeutet das wir, gesteuert von einem Fahrdienstleiter, die Züge aus der Station auf die Strecke in den Selbstblock schicken und Züge vom Fahrdienstleiter auf verschiedene Stationsgleise fahren lassen können (z.B. Halt auf Nebengleisen, Überholungen, etc.)
  2. Zusätzlich einen Automatik-Betrieb (z.B. bei Vorführungen und Ausstellungen) möglich machen.

Weiter bieten wir aus der Station heraus eine Andocken-Möglichkeit nach FREMO Norm, was die Fahrmöglichkeiten deutliche erweitert. So sollten sowohl die Kreisfahrer, als auch die Liebhaber von Punkt-zu-Punkt-Betrieb auf ihre Kosten kommen.

Über die Ideen im Einzelnen und die dafür verwendete Technik gibt das Bautagebuch Auskunft. Bein Planung und Bau habe wir ausgetretene Pfade verlassen und versucht, eine modulare Anlage neu zu denken. Das bedeutet:

  1. Große Radien für schöne Optik, Betriebssicherheit und um im Spiel-Betrieb niemand ausschliessen zu müssen. Es können im Prinzip alle Spur0-Modelle mit Schraubenkupplung und natürlich auch mit der lenz´schen Funktionskupplung fahren. Neben NEM-Radsätzen sind auch Finescale-Räder kein Problem.
  2. Großzügige Weichenwinkel mit mindestens 3200 mm Radius für sicheren Betrieb auch mit langen Fahrzeugen
  3. Leichtbau-Module, wobei die äußere Umrandung den Radien folgt. Hier achten wir auf eine saubere Optik und ein einheitliches Bild. So sind z.B. die Highlights und die Richtungsangaben (<<Frankfurt, Kassel>>) mit erhabenen Buchstaben an den Modulkästen angeschrieben. Zur Arbeitserleichterung haben z.B. die Bogenmodule immer den gleichen Grundriss. Das bietet uns exakte Winkel und erleichtert die Herstellung der Modul-Einzelteile. Die Landschaftskonturen werden bereits in der Planung berücksichtigt und beim Zusammenbau umgesetzt.
  4. Modulbeine in Leichtbauweise aus Alu und Sperrholz tragen ebenfalls zur einheitlichen Optik bei und bieten die Möglichkeit, auch einen unebenen Boden leicht auszugleichen.
  5. Die Technik beschränkt sich auf das Notwendige. Gefahren wird digital mit DCC Komponenten. In den Blockabschnitten regeln ABC-Module den Verkehr automatisch. In der Station wird mittels Start-Zeil-Tasten über ein LW100 von Lenz ein Drucktasten-Stellpult realisiert (Zug- und Rangier-Fahrstrassen). Das Stellwerk kann für Ausstellungsbetrieb überbrückt werden. D.h. die Züge fahren dann alle im Selbstblock.

Zeitlich ist die Anlage Mitte der 60er Jahre eingeordnet. Auf der Main-Weser-Bahn ist das die Zeit der Elektrifizierung. Es kann also Dampf- und Dieselbetrieb neben der E-Traktion fahren. Die Fahrleitung im Endausbau wird im Prinzip dem FREMO-E aus dem H0-Bereich entsprechen, wobei die teilbare Fahrleitung optisch weniger ins Auge fällt – ein weiterer Vorteil der Baugröße „Null“.